Die Dispo hat keinen Zettel mehr
Ticket-Disposition automatisieren – freie Techniker finden, ohne zu telefonieren
Jedes Systemhaus hat diese eine Person, die alles im Kopf hat. Wir haben einen Teil davon in einen Flow gepackt – damit die Dispo wieder dirigieren kann, statt hinterherzutelefonieren.

Jedes Systemhaus kennt die eine Person, die alles im Kopf hat: welcher Kunde welchen Vertrag hat, wer gerade frei ist, was dringend ist. Wenn diese Person krank ist, merkt man erst, wie viel an ihr hängt.
Einleitung: Der Pool ist voll, und alle sind beschäftigt
Ein Ticket landet im Pool. Jeder sieht es, keiner fühlt sich zuständig. Die Dispo schreibt in den Chat „Wer kann das machen?“, wartet, fragt nach, ruft an. Irgendwann nimmt es jemand. Oder es liegt bis morgen.
Das ist kein Faulheitsproblem. Es ist ein Sichtbarkeitsproblem: Niemand sieht auf einen Blick, wer heute schon voll ist, wer im Urlaub ist und wer gerade eine Lücke hätte.
Was heißt „Ticket-Disposition automatisieren“ – und warum lohnt sich das?
Gemeint ist nicht, dass eine Maschine Techniker herumkommandiert. Gemeint ist: Die Fleißarbeit vor der Entscheidung passiert automatisch.
- Welche Tickets sind offen und noch niemandem zugeordnet?
- Wer ist heute da, und wer hat wie viel Zeit schon gebucht?
- Wer hat zu diesem Kunden oder Thema schon gearbeitet?
Wenn diese Fragen beantwortet sind, ist die Entscheidung meistens in Sekunden getroffen. Das Suchen davor kostet die Zeit.
So machen wir es: alle 15 Minuten ein Vorschlag im Chat
Der Flow läuft tagsüber alle 15 Minuten, das sind gut 2.800 Durchläufe im Monat. Ein Durchlauf dauert im Schnitt unter 8 Sekunden. Er macht dabei Folgendes:
- Offene Tickets laden und die heutigen Abwesenheiten dazu.
- Dokumentierte Zeit von heute je Techniker lesen. Wer schon sieben Stunden gebucht hat, bekommt keinen Vorschlag mehr.
- Ranking mit Kontext bilden: Wer passt fachlich, wer hat Luft?
- Vorschlag in den Chat des Tickets schreiben, mit Erinnerung und, falls nötig, Eskalation an die Dispo.
Antwortet ein Techniker im Chat mit „mach ich“, „übernehme ich“ oder „passt, heute Nachmittag“, liest eine KI die Antwort, erkennt die Zusage und weist das Ticket zu. Die Entscheidung bleibt beim Menschen. Die KI nimmt nur das Hinterherlaufen ab.
Was ich dabei gelernt habe: Die KI muss nicht perfekt sein. Sie muss nur besser sein als „liegt im Pool“. Und das Team hat es schnell angenommen, weil es Arbeit wegnimmt und keine dazu.
Drei Praxistipps für Ihre Dispo
- Machen Sie Abwesenheiten maschinenlesbar. Urlaub, Krankheit, Schule – wenn das nur im Kopf der Dispo steht, kann es kein System berücksichtigen.
- Nutzen Sie die gebuchte Zeit als Signal. Sie ist der ehrlichste Hinweis darauf, wer heute noch Luft hat.
- Schlagen Sie vor, statt zuzuweisen. Ein Vorschlag im Chat wird angenommen. Eine Zwangszuweisung erzeugt Widerstand.
Was passiert, wenn Sie nichts tun?
- Wirtschaftlich: Tickets liegen länger, Reaktionszeiten aus Verträgen geraten unter Druck.
- Im Team: Die Dispo wird zur Telefonzentrale. Gute Leute brennen genau an dieser Stelle aus.
- Beim Kunden: Er merkt nicht, wie viel intern organisiert wird. Er merkt nur, dass es dauert.
Häufige Fragen
Muss der Techniker den Vorschlag annehmen?
Nein. Es ist ein Vorschlag im Chat, kein Befehl. Wer keine Zeit hat, ignoriert ihn, und der Flow fragt nach einer Weile den Nächsten oder gibt der Dispo Bescheid.
Woher weiß der Flow, wer frei ist?
Aus den Abwesenheiten und der Zeit, die heute schon dokumentiert wurde. Beides liegt in TANSS. Wer seine Zeit nicht bucht, sieht für den Flow übrigens beschäftigt aus. Auch das ist ein nützliches Signal.
Funktioniert das auch mit wenigen Technikern?
Gerade dann. Bei drei, vier Technikern fehlt meistens eine eigene Dispo, und genau diese Rolle übernimmt der Flow zu einem guten Teil.
Fazit
Gute Disposition ist keine Magie, sondern Überblick. Wenn der Überblick automatisch entsteht, kann die Dispo wieder das tun, wofür sie da ist: dirigieren statt jedes Instrument selbst spielen.
Neugierig, wie das mit Ihrem TANSS aussehen würde? Im Taktcheck schauen wir gemeinsam drauf – 15 Minuten, kostenlos.
